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Niedriger Wasserstand gibt Anlass zu Diskussionen


Künstlicher Zufluß zum Balaton?

Experten halten es nicht nur für unsinnig, sondern auch für unmöglich, den Balaton künstlich mit Wasser aufzufüllen. Allein der Natur kann vertraut werden. Doch im Moment stehen die Zeichen schlecht. Szabó Mátyás, Direktor der Wasserwirtschaftsdirektion Mitteltransdanubien, rechnet auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen und der meteorologischen Vorhersagen eher mit einer weiteren Zuspitzung der Lage inbezug auf den Wasserstand des Balaton. Wie wir schon mehrfach berichteten, liegt das Wasserniveau des Sees um rund 30 cm unter dem seit Jahren angestrebten Wasserstand von 100 cm. Das ist auf lang anhaltende Trockenheit und außerordentlich wenig Niederschlag im vergangenen Jahr zurückzuführen. Aber auch das Jahr 2001 brachte keine Besserung. Wenn man den Vorhersagen glaubt, so könnte das durchschnittliche Wasserniveau auf 50 cm absinken. In den letzten Wochen hat es zwar in den meisten Gebieten Ungarns zwischen 30 bis 50 mm geregnet, in den Wassersammelgebieten des Balaton fielen jedoch nur 5 bis 8 mm Regen. Das ist so wenig, daß dieses Wasser gar nicht bis zum See gelangt, sondern vom äußerst trockenen Boden aufgesaugt wird. Das Wasserniveau sank im Balaton im Gegensatz zum Velence-See, wo es um 5 cm anstieg, selbst in dieser regnerischen Periode um einen Zentimeter! Mit anderen Worten: unmittelbar über dem See müssen 15-20 mm Regen fallen, um einen Anstieg von 1 cm zu erreichen. Im Wassersammelgebiet des Balaton bräuchte man 20-30 mm Regen, damit 15- 20 % davon in den See abfließen können, um das Niveau um 1 cm anzuheben.

Die tägliche Verdunstung beträgt im Sommer am Balaton 5-10 mm, das entspricht 6 Millionen Kubikmeter Wasser pro Tag, 70 Kubikmeter Wasser in der Sekunde. Die Hälfte davon müßte unter den Flüssen von der Zala in den See gebracht werden, also 35 Kubikmeter in der Sekunde. Stattdessen betrug die erst kürzlich gemessene Menge 1 Kubikmeter pro Sekunde!

So ist es kein Wunder, daß immer wieder Theorien zur künstlichen Auffüllung des Sees diskutiert werden. Schon in den sechziger Jahren befaßte man sich theoretisch mit dieser Frage und technisch wäre es durchaus lösbar, einen Fluß wie die Raab oder die Drau mit dem Balaton zu verbinden. Doch auch die Raab führt zu wenig Wasser und bei der Drau kämen internationale Interessen ins Spiel, denn die Ableitung des Flusses würde andere Länder berühren. Selbst wenn man diese Fragen außer Acht ließe und das Geld von rund 15 Milliarden Forint für den Bau eines Kanales auftreiben könnte, stünde immer noch die Frage, wie Fauna und Flora des Balaton auf fremdes Wasser reagieren würden. Letztendlich bleiben wohl nur das Vertrauen auf die Natur und das Akzeptieren der Tatsache, daß der See Teil der Natur ist und das Wasserniveau einmal steigt, einmal sinkt. Dem Schilf wird der niedrige Wasserstand guttun, der Mensch gewöhnt sich daran, daß er etwas weiter in den See hineinlaufen, an der Rutsche besser aufpassen muß, daß die Schiffsschrauben den Schlamm aufwühlen und aus manchen Häfen die Schiffe nicht auslaufen können. Auf die Wasserqualität muß in solchen Zeiten besonders geachtet werden, denn es besteht eine erhöhte Gefahr der Veralgung. Bisher gibt es keinen Grund zur Beunruhigung.

Die Experten warnen davor, den niedrigen Wasserstand auszunutzen, um das eigene Wassergrundstück durch Auffüllung des alten Seebettes zu vergrößern. Das ist illegal und zieht harte Konsequenzen nach sich, wie wir in unserer vorherigen Ausgabe bereits berichteten. Die Festlegung der endgültigen Uferlinie des Sees wird nicht vom jetzigen Wasserstand beeinflußt, sondern beruht auf geodäsischen Daten bei normalem Niveau.

 

Die Online-Veröffentlichung des Beitrags erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Balaton Zeitung


 

 

 

 

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