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Infos zum Heiltourismus in Ungarn

 

 

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Goldgräberstimmung am Südufer des Balaton
Balaton entwickelt Heiltourismus

 

Seit im sogenannten Széchenyi - Plan enorme Stützungen zur Entwicklung des Heiltourismus verankert wurden, brennt selbst das Komitat Somogy am Südufer des Balaton im Baufieber. Die meisten der 500 anerkannten Thermalbrunnen im Komitat beginnen Investitionen zur Verwirklichung von Bädern. Von einer gemeinsamen Konzeption kann keine Rede sein, selbst benachbarte Gemeinden spinnen ihre Pläne ganz allein. "Unser Komitat zählt zu den Gebieten mit besonders reichen Vorkommen an Thermalwasser", sagt Hamvas Péter, Leiter des Tourismusamtes des Komtates Somogy. "Zur sinnvollen Nutzung der Gegebenheiten müßten die Gemeinde an einem Strang ziehen. Doch im Moment ist dazu keinerlei Bereitschaft zu erkennen. Die vorgegebenen Ausschreibungen zwingen die Orte ebenfalls nicht dazu." Der Experte ist der Meinung, daß durch den Széchenyi - Plan viele Ortschaften inspiriert werden Bäder zu bauen, ohne in vollem Maße durchzurechnen, wie lange eine solche Investition braucht, um umzuschlagen. Hamvas ist der Meinung, daß in seinem Komitat die Schaffung von qualitativen Unterkunftsmöglichkeiten Priorität haben müßte. Auch Bóka István, Vorsitzender des Balaton Entwicklungsrates, argumentiert, daß im Széchenyi - Plan die Zielstellungen lockerer gefaßt werden müßten, um örtlichen Vorstellungen mehr Raum zu lassen. Die Schlüsselfrage am Balaton stellt für ihn neben einem Konferenz- und Segeltourismus die Entwicklung von guten Unterkünften dar.

Mehr als ein Dutzend Gemeinden sieht im Komitat trotz allem riesige Möglichkeiten in der Schaffung eines Heilbades und hofft auf staatliche Stützungen. Dazu gehören einerseits Fonyód, Csisztapuszta, Táska, Somogyszentpál und Marcali, andererseits Siófok, Ádánd, Balatonszemes, Balatonföldvár, Nagybajom u.a.

In Fonyód waren schon in den siebziger Jahren Vorstellungen zum Bau eines Bades diskutiert worden, wofür die Stadt ein 20 ha großes Grundstück zur Verfügung stellte. Bisher gab es aus Mangel an den entsprechenden Geldmitteln keine Möglichkeit zur Verwirklichung der Pläne. Das Wasser für das Bad käme aus einer der vielen Bohrungen in Táska, wo die Kommune unabhängig davon ebenfalls an die Verwirklichung eines Bades geht. 8 km von Fonyód entfernt existiert in der Csisztapuszta bereits seit 50 Jahren ein Bad, dessen Wasser international bekannt ist und wo selbst die einfachsten Bedingungen die Gäste nicht abschrecken. Da weder die Eigentümer, noch die Pächter Geld zum Bau einer Straße haben, ist das Bad vom Balaton aus nur über Umwege zu erreichen. 80-90 % der Gäste sind wiederkehrende deutsche Urlauber. Der Bürgermeister des ebenfalls in dieser Region gelegenen Somogyszentpál bemühte sich um eine einheitliche Konzeption und ein gemeinsames Vorgehen der verschiedenen Gemeinden. Doch umsonst, nun reicht auch er Material zur Erlangung von staatlichen Stützungen für seinen Ort ein.

Am nordöstlichen Zipfel des Südbalaton sieht es ähnlich aus. Siófok wird ein ca. 20 km langes Rohrsystem bauen lassen, um Thermalwasser in die Stadt zu leiten. Die Kosten dafür liegen bei 1 Milliarde Forint. Seit 10 Jahren arbeitet die Gemeinde Ádánd in der Nähe von Siófok an der Verwirklichung ihrer Pläne für ein Rekreationszentrum im Werte von 6.2 Milliarden Forint und vereinbarte sich aus Mangel an eigenen Mitteln schon einmal mit einem ungarischen Unternehmen. Neben Brunnen und Genehmigungen stellten sie ein 8 ha großes Grundstück zur Verfügung, doch die Arbeiten mußten eingestellt werden. Auch dem Unternehmer ging das Geld aus. Die Gemeinde hat nicht einmal so viel eigene Mittel, um sich an den Ausschreibungen des Széchenyi - Planes beteiligen zu können und sucht weiterhin nach Investoren. Im Moment sind Verhandlungen mit einer ägyptischen Gruppe im Gange. -

Die benachbarten Orte Balatonszemes und Balatonföldvár träumen ebenfalls getrennt ihre großen Träume von einem Heilbad - alle mit dem Hintergedanken, die Saison am Balaton verlängern zu können.

Török Tünde "Népszabadság"


Die Online-Veröffentlichung des Beitrags erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Balaton Zeitung


 

 

 

 

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